Blog | Gero Breloer

neues Projekt “DRK Film & Foto auf den Philippinen”

Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) habe ich auf den Philippinen den Hilfseinsatz nach dem verheerenden Wirbelsturm „Haiyan“ gefilmt und fotografiert.

Entstanden sind vier dokumentarische Imagefilme und Pressefotos, die einen Einblick in die Katastrophenhilfe des DRK geben. Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Journalisten und Katastrophenhelfern des DRK machte ich mir zwei Monate nach dem Taifun in der am stärksten betroffenen Region um Tacloban einen Eindruck von den Auswirkungen der Naturkatastrophe. Auf meiner Webseite präsentiere ich das Projekt hier.

In vier kurzen Filmen dokumentiere ich den Einsatz der DRK-Helfer unmittelbar nach der Katastrophe auf den Philippinen, zeige wie die Wasser- und Sanitärversorgung organisiert, sowie Hygienevorsorge betrieben wird, wie ein mobiles Krankenhaus die komplette Versorgung eines zerstörten Hospitals übernommen hat und wie das Deutsche Rote Kreuz neben der Akuthilfe in gefährdeten Regionen auch eine umfassende Vorsorge betreibt. Meine Filme werden auf der Internetseite des DRK gezeigt und geben außerdem Unterstützern des DRK einen Einblick wofür die Spendengelder verwendet werden.

Mit meinen Pressefotos zeige ich die Zerstörung der Region, aber vor allem den gemeinsamen Hilfseinsatz des Deutschen und Philippinischen Roten Kreuzes und die Menschen, die trotz ihrer unglaublich schwierigen Lage die Hoffnung nicht verloren haben.

Durch Taifun „Haiyan“ wurden am 8. November 2013 mehr als 5.000 Menschen getötet und vier Millionen Menschen obdachlos. Rund 1,2 Millionen Häuser wurden beschädigt oder komplett zerstört. Durch vernichtete Felder, Ernten und Saatgut haben rund zwei Drittel der Bauern ihreaupteinkommensquelle verloren. Logistisch und emotional natürlich keine leichte Reise. Die Helfer und auch ich als Berichterstatter kamen in eine völlig zerstörte Infrastruktur. Ich war dankbar, dass ich im Feldlager des DRK untergebracht werden konnte.

Neben der Ausdauer der deutschen und lokalen Rot Kreuz-Helfer war ich besonders von den Menschen vor Ort beeindruckt. Obwohl die Einwohner in der Krisenregion alles verloren haben, habe ich niemanden getroffen, der die Hoffnung aufgegeben hätte. Alle packten beim Wiederaufbau mit einer beeindruckenden Portion Hoffnung und

voller Elan mit an. Selbst Menschen, die in einer einfachen Notunterkunft im Schutt ihrer total verwüsteten Häuser standen, erzählten mir mit einem Lachen im Gesicht wie dankbar sie für die erhaltene Hilfe sind und wie sie jetzt ihre Häuser wieder aufbauen.

Meine Anreise erfolgte über die Hauptstadt Manila wo ich im Hauptquartier des Philippinischen Roten Kreuzes einen ersten Eindruck vom logistischen Hintergrund eines solchen internationalen Hilfseinsatzes bekam. Nach Tacloban bin ich dann mit Flugzeug, Nachtfähre und Auto weitergereist. Mein persönliches Gepäck hatte ich auf ein absolutes Minimum beschränkt und auch mein Film- und Fotoequipment musste minimalistisch sein.

Zum Fotografieren hatte ich zwei Canon EOS 5D MkIII im Gepäck und zum Filmen einen dritten Body. Die Objektive 16-35, 24-70, 70-200 und 50er Festbrennweite habe ich zum Filmen und Fotografieren eingesetzt. Aus logistischen Gründen hatte ich nur ein leichtes Manfrotto Stativ 755CX3 mit dem neuen Manfrotto MVH500AH-Kopf im Gepäck.

Interviews habe ich mit zwei Kameras gefilmt. Die Führungskamera mit dem 24-70mm-Objektiv habe ich voreingestellt und während des Interviews vom Stativ alleine weiterlaufen lassen. Für engere Schnittbilder habe ich eine zusätzliche Kamera mit 70-200mm-Objektiv und Zacuto-Viewfinder aus der Hand geführt. Vor allem bei den zahlreichen Interviews war die One-Man-Show eine echte Herausforderung. Zum Glück hat die DRK-Pressesprecherin bei den meisten Interviews mein Richtmikrofon Sennheiser ME66 mit dem K6-Speiseadapter und einem kleinen Wind-Puschel für mich gehalten.

Die logistischen Herausforderungen im Katastrophengebiet, ein sehr enger Zeitplan und der kombinierte Foto/Film-Einsatz erforderten ständige Improvisation, zumal ich neben der Kamera-Arbeit auch noch Regie und Ton-Schnitt bei den Filmen gemacht habe. Damit die O-Tongeber während der Interviews nicht zu mir und damit in meine Handkamera guckten, habe ich vor, während und nach dem Fragestellen immer wieder darauf geachtet, dass bei den Antworten die Pressesprecherin angesprochen wurde.

Bei den verschiedenen Stationen meiner Reise war jedes Mal nur extrem wenig Zeit vor Ort. Zunächst habe ich deshalb die wichtigsten Fotos gemacht und dann gefilmt und interviewt. Um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Schnittbilder der Locations und Protagonisten zu bekommen, habe ich eine Haupthandlung mit der 5-Shot-Methode und zwei bis drei Zusatzbilder in drei Einstellungsgrößen gefilmt. Das Minimum jeder Einstellung war dabei eine Totale, eine Halbnahe (gerne als Over-Shoulder) und eine zusätzliche größere/engere Einstellung. Die 5-Shot-Methode (Wo, Wer, Was, Over Shoulder, Beauty-Shot) lieferte mir von der Haupthandlung fünf Blickwinkel und automatisch auch unterschiedliche Einstellungsgrößen.

Durch das Aufsteck-Mikrofon Rode VideoMic Pro, das ich kameraintern aufgezeichnet habe, konnte ich den Atmo-Ton aus der Kamera etwas verbessern. Vielleicht wäre sogar das neue Rode VideoMic die bessere Alternative gewesen, denn das Aufsteckmikrofon ist noch etwas leichter und kommt ohne eigene Batterie aus, da es sich über den Klinkenanschluss mit Strom aus der Kamera versorgen kann. Zusätzliche Atmo-Töne und die Interviews habe ich mit meinem Olympus LS-5 Aufnahmegerät extern aufgenommen und möglichst Handklappen für die anschließende Synchronisierung geschlagen. Das LS-5 wird allerdings nicht mehr hergestellt, ein baugleicher Ersatz ist das LS-11 von Olympus. Ich mag diese Aufnahmegeräte, da sie klein sind, einfach zu bedienen und vor allem einen Drehregler zum Ton-Auspegeln haben.

 

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